Dienstag, 21. April 2009
Ihh, meine Finger riechen nach Streichholz!

da ist er ja wieder Der alte Tobn hat mal wieder was zu berichten: War letzte Woche fuer zwei Tage in Rotorua unterwegs - sozusagen ein vor-vor-Urlaub. War ein cooler, wenn auch etwas kurzer und mit viel Fahren verbundener Trip. Motto war diesmal "Auf ins heisse Nass!" - ja, richtig gehoert: heiss. Schwimmbaeder waren dabei allerdings aussen vor. Was bleibt, sind natuerliche heisse Quellen, die es in Neuseeland dank der allgegenwaertigen vulkanischen Aktivitaet nicht zu knapp gibt.

Aber von Anfang an: Dienstag Vormittag letzte Woche ging's los in Sebastians kleiner Karre - die aber mehr als ausreichend war, da wir jeder nur nen kleinen Rucksack dabei hatten und ausserdem ja in nem Backpackers unterkommen wollten. herbstliche Huka Falls Erster groesserer Halt war in Taupo - am groessten See Neuseelands, der nebenbei rund achtmal so gross ist wie das Bayerische Meer. Grund unseres Stopps war aber nicht der See selbst, sondern nur die Tatsache, dass wir unsere Zaehne in etwas Schmackhaftes schlagen wollten. Die guten alten Huka Falls standen natuerlich auch auf dem Programm und auf dem Weg zu diesen haben wir dann vom Honey Hive gelesen, wir Gluecklichen. Dort gab es neben richtig leckeren Fruchtweinen (hab mir nen Wein aus Feijoas gekauft) auch Met. Ja, echten, richtig leckeren MET! Der Preis war nicht so prickelnd, aber egal. Ich hoffe, unser eigenes Gebraeu (in gut 5 Monaten ist es reif) wird aehnlich lecker ...

Lake Okataina (btw. Autostitch ist toll) In Rotorua angekommen, haben wir uns schnell in nem (voellig ueberteuerten) Backpackers eingemietet und sind dann wieder raus aus der Stadt, um noch ne kleine Runde Wandern zu gehen. Ziel war kleine See Lake Okataina. Als wir setsamen Kratzspuren im Wald folgten, trafen wir zu unserer Ueberraschung auf ein kleines Kaenguru! Leider war es ein wenig zu Scheu (und ausserdem war es schon zu dunkel), um es auf meine Digitalkamera zu bannen. Erdloch + Tobn = Verstopfung Habe selbst gerade erst auf Wikipedia erfahren, dass die aus Australien stammenden Wallabies wohl irgendwann im 19. Jahrhundert dort am See ausgesetzt wurden. Ausserdem stolperten wir auch noch ueber ein altes Pa - eine aufgegebenes befestigtes Fort der Maori. Der Huegel sah witzig aus, er war uebersaet mit kleinen Erdloechern und Hoehlen, die Wohl der Lagerung gedient hatten.

Als es dann richtig daemmerte, fuhren wir an unsere erste heisse Quelle - kannte die ziemlich versteckte Location von meinem ersten East Cape Trip vor 15 Monaten (Mann, bin ich schon lange hier). Leider war es ziemlich finster als wir ankamen. Trotzdem war es aber offensichtlich, dass der schoene Flusslauf ziemlich umgestaltet worden war: Betonsteine zur Begrenzung, kuenstliche Waelle, um das Wasser aufzustauen. Ihh! Nicht mehr schoen - aber wenigstens immer noch schoen heiss. Konnte keine Fotos aufnehmen, habe hier aber ein altes Bild angefuegt, um euch zu vermitteln, wie es hier einmal aussah.

Maoritotem und Dampf (ohh!) in Rotorua Am Tag 2 stand erstmal ein Stadtspaziergang in Rotorua auf dem Plan. Allerdings verlief der anders, als ihr euch vermutlich vorstellen wuerdet. Nix Warehouse, nix Pak'n'Save. Dafuer gab es so ein heisses Fussbad ist schon schoen, oder, Sebastian? (immer noch Rotorua) dampfende Gullideckel, blubbernde Schlammpfuhle, Teekessel, die in kochenden Pfuetzen vor sich hinbrodelten und von Schwefelsaeuredaempfen zerfressene Treppen, Pflastersteine und Mauerreste. Schee! Ausserdem stank es nach faulen Eiern - und zwar ueberall. Willkommen in Rotorua. Es war aber natuerlich auch Zeit fuer ein wenig Entspannung - wo sonst, wenn nicht in einer heissen Quelle am Wegesrand ...

mehr Rotorua (ohne Dampf, ohh!) doof, das mit diesen Schwefeldaempfen ... (Rotorua) wer braucht schon einen Herd? - ausserdem kostenloses Heisswasser das ganze Jahr ueber (Rotorua)

Kerosene Creek. Auf dem Weg nach Hause (klingt immer noch ein wenig seltsam, das von Napier zu sagen/schreiben) nahmen wir dann noch mein absolutes Highlight dieses Trips mit: Kerosene Creek - 25 Minuten oder so suedlich von Rotorua gelegen und per Gravel Road zu erreichen. Seht euch die Bilder an. Nen normaler Fluss in der Art ist schon der Hammer - wenn das Wasser aber Badewannentemperatur hat - That's absolutely awesome, mate! In diesem Paradies verbrachten wir rund zwei Stunden, machten ne Avocado-und-selbstgebackenes-Brot-Brotzeit und fuhren dann weiter gen Napier. Ende. Kurz aber sehr schoen.

bekannte Wasserleiche (jedenfalls dem Entspannungsgrad nach zu urteilen) im K. Creek der Baschtl im warmen Wasser - ach was! Bis zum naechsten Mal am Kerosene Creek ...

Momentan bin ich gerade mitten in meinem PADI Tauchkurs - meinem Vor-Urlaub - um meinen Open Water Diver zu machen. Nach viel Theorie und zwei langen Tauchsessions im Pool, gehts morgen wieder mal nach Taupo, um die Sache wirklich anzugehen. Werden dort insgesamt zwei Tage verbringen, um im See zu tauchen und den Kurs am Donnerstag abzuschliessen. Und dann, ja dann geht es nach nur zwei Tagen Urlaubsunterbrechung (also Arbeit) endlich nach Rarotonga - in den richtigen Urlaub.

Werde mich vermutlich nach der Woche auf Rarotonge wieder melden. Macht's gut!

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Dienstag, 7. April 2009
Der etwas andere Geburtstagsgruss

Danke euch allen fuer die lieben Geburtstagsgruesse, die ihr mir in Text-, Audio- und Videoform uebermittelt habt. Ich bin mir zwar nicht ganz sicher ob es sinnvoll ist, den eigenen koerperlich und geistigen Verfall (jedenfalls auf lange Sicht) zu zelebrieren, aber die Menschheit hat sich ja schon immer seltsame Rituale einfallen lassen, die kollektiv einfach nachgeahmt wurden und werden.
dieser Stress hier ... Ausserdem geht es ja momentan eh eher noch bergauf: Die Haare sind noch auf dem Kopf - von Grauzonen oder anderen Graeulichkeiten ;-) noch keine Spur, die Denkleistung - speziell der Bereich Erinnerungsvermoegen und Gedaechtnis war noch nie sonderlich ausgepraegt, sodass etwaige Einbusen eh vernachlaessigbar waeren (dafuer habe ich ja meinen PDA) und die physischen Gesundheit glaenzt - gesunder Ernaehrung und regelmaessiger koerperlicher Ertuechtigung (wer's glaubt!) sei Dank - nach wie vor unbefleckt.

die Vorgeburtstagssonnenuntergangsaufnahme Puenktlich zu meinem Geburtstag hat natuerlich auch die Erde mal wieder gebebt. Dass Erdbeben hier in NZ keine Seltenheit sind, wisst ihr vermutlich, allerdings kommt es nicht so oft vor, dass die Beben so stark sind, dass sie dich mitten in der Nacht wachruetteln. Wobei es streng genommen kein wirklich starkes Beben war (4.1 auf der Richterskala) - allerdings war das Epizentrum nur 20 km von meiner Bettstatt entfernt *schluck* - das macht die kaum vorhandene Staerke wieder wett.

Leider war es fuer ein einige von euch schwierig, mich per Telefon zu erreichen. Was wohl auch daran lag, dass die Zeitverschiebung - daylight saving time sei Dank - momentan etwas unguenstig ist. Momentan bin ich euch hier nur 10 Stunden voraus - es klappt also noch am einfachsten wenn wir abends in NZ (morgens in Dt.) versuchen zu telefonieren. Ich werde heute Abend auch noch zusaetzlich den Versuch starten, euch zurueckzurufen.

Krise? Welche Krise!? Zum Abschluss hier noch ein Schnappschuss aus dem Pak'n'Save, meinem Lieblingssupermarkt in NZ. Die scheinen hier wohl keine Bedenken zu haben, dass die globale Rezession die Kaufbereitschaft der neuseelaendischen Buerger negativ beeinflussen koennte ...

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Freitag, 3. April 2009
Ueber den Met und andere Dinge

(Fast) puenktlich zum Monatsbeginn gibts mal wieder einen Eintrag von mir: Waehrend bei euch in Deutschland vermutlich der Fruehling einzieht, gehts hier in Neuseeland immer mehr Richtung Winter. Allerdings ist Winter nicht gleich Winter :-). Kann hier tagsueber immer noch i T-Shirt und Shorts rumspringen, nur die Abende/Naechte/Morgende sind schon empfindlich frisch - jedenfalls fuer mich verweichlichten Halbkiwi.

Was gibts sonst noch Neues zu berichten?

Sebastian (die kleine Hexe) beim Metkochen :-) Unsere Brauerei hier laeuft vorzueglich! Haben knapp 40 Liter selbstgebrauten Bieres in Sebastians Schrank gelagert. Neben dem Lager ist nun auch unser Dark Ale fertig gebraut und steht zum Verzehr bereit, hehe. Wuerde euch allen ja gerne je eine Flasche unserers koestlichen homebrews zukommen lassen, leider sprechen die horrenden Transportkosten dagegen. Muesst mich schon besuchen kommen, wenn ihr kosten wollt ...

der huebsche Tobn beim Eingiessen des Honig-Gebraeus in den Gaerballon - der eigentlich ein ordinaeres Plastikfass ist Unser Kunststoffgaerballon hatte allerdings nicht lange Zeit, um Staub anzusetzen. Seit gut drei Tagen reifen nun 23 l (hoffentlich) koestlichen Mets heran. Haben uns die staerksten Hefen im lokalen Braushop gekauft und den guten Trunk auf 17% Alkohol angesetzt - staerker ist ohne Destillation nicht moeglich. Wobei wir streng genommen keinen reinen Met produzieren, da wir noch ne gute Menge Apfelsaft zugesetzt haben, um den gefraessigen Hefen mehr Nahrung in Form von Phosphorverbindungen etc. zu bieten. Ausserdem kamen knapp 10 kg (!) besten Biohonigs direkt vom Imker zum Einsatz - gute Connections sind schon was wert.
Tja, jetzt heist es nur noch ca. sechs Monate (minus drei Tage) ausharren bis das Gesoeff trinkfertig ist. Wie gesagt: Jeder, der mich besuch kommt, wird grosszuegig mit Kostproben versorgt - wenn das kein Grund ist mal in Aotearoa vorbeizukommen!?

Strand auf Rarotonga (von Wikipedia entliehen) Der Urlaub auf Rarotonga ist nun auch geregelt - hab das Ticket in Haenden und die jedenfalls muendliche Bestaetigung, Urlaub zu bekommen. Fliegen am 26. April von Auckland aus los und kommen am 3. Mai wieder zurueck. Der Transfer findet diesmal per Linienbus statt - per Inlandflug haette es ne ganze Stange mehr gekostet. Winter, du kriegst mich doch nicht ...


Und - wer rechnen kann, ist klar im Vorteil, wird richtig geschlussfolgert haben, dass ich (a.) den Met trinken muss bevor er richtig gereif ist oder (b.) ein wenig laenger als geplant in NZ bleiben werde, um die vollstaendige Reifung abzuwarten. Urspruenglich wollte ich ja Ende August 2009 nach Hause zurueckkehren. wer das wohl sein mag ... seltsamer Geselle Da ich mein Leben hier aber nach wie vor sehr geniesse (gute Freunde; schoene, erfuellende Arbeit; gutes Auskommen (gemessen an meinen Ausgaben); laid-back Kiwi lifestyle; reichliche und guenstige Reiseoptionen; jeden Tag Sandstraende und das Meer vor der Haustuere; viel Freizeit dank (fast) nichtvorhandener Arbeitswege; um nur einige Gruende zu nennen), werde ich meinen Aufenthalt hier wohl nochmal verlaengern. Sonnenuntergang im Hafen von Napier (Ahuriri) Ich habe mich noch nicht zu hundert Prozent entschieden - ist u.a. auch Verknuepft mit nem weiteren Work Permit und Visum, das aber auf Grund der gestiegenen Arbeitslosigkeit vermutlich nun schwerer zu bekommen ist - tendiere aber schon sehr in diese Richtung. Meine neu angepeilte Marke ist Ende Februar/Anfang Maerz 2010. Auf diesem Weg kann ich noch einen weiteren Sommer (inkl. langer Sommerferien zum Reisen in NZ) in Neuseeland verbringen und komme im Fruehling nach Deutschland zurueck. Womit ich dann zwei Fruehlings/Sommerzyklen in Folge haben werde.

Blick ueber Kueste und Meer nahe Cape Kidnappers (jop, war da nun schon drei Mal) Wobei ich noch dazu sagen moechte, dass mir die Entscheidungsfindung alles andere als leicht faellt: Vor allem nach Telefongespraechen mit euch oder nach der Durchsicht von Paeckchen oder Emails bekomme ich Schuebe von Heimweh und denke mir, wie schoen es jetzt mit euch allen in Deutschland waere. Es waere schon toll, mal kurz fuer ne Proberaumsession (rest in peace), nen gemeinsames Abendessen, nen Mittelaltermarkt, nen kleinen gemeinsamen Ausflug oder auch nur auf nen Bierchen in Deutschland vorbeizukommen. Leider spielt aber auch hier die Distanz nicht ganz mit.
Roland hat sein Kommen ja schon ins Auge gefasst, Papa und Kati waren schon hier - Ankunftstermine, geplante Aufenthaltsdauer und Wahl des Willkommensdrinks (Lager, Dark Ale oder Met) bitte per Kommentarfunktion!

Euer Tobi

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